Mont Dolent (3.823m) Galletgrat
04. August.2008
Geplant war der Mont Dolent bereits letztes Jahr 2007 mit der DAV Sektion Ebingen, doch das Wetter ließ es nicht zu.So entschieden wir in diesem Jahr die Überschreitung des Mont Dolent über den Galletgrat vom La-Maye-Biwak, eine für uns unbekannte Bergtour.

Ein weiterer Grund für die Besteigung war für mich, die Madonna Statue auf den Gipfel zu bewundern.
Diese Tour soll unsere Vorbereitungs- und Akklimatisationstour für den Montblanc werden.
Der Ausgangsort ist La Fouly, ein Dorf in der Schweizer Gemeinde Orsiéres im Karton Wallis, ruhig und idyllisch. Es liegt auf 1592 m am Ende des Val Ferret und hat 81 ständige Einwohner (Stand 2008).


Am späten Nachmittag steigen wir bei schönem Wetter zum La-Maye-Biwak (2667 m) auf.Der steile Anstieg dauert 2-3 h über Grashügel, Leitern und Stahlseilen.
Die ausgesetzte Biwakschachtel kennen wir bereits von Bildern, und wir sind auf den ersten Eindruck gespannt. Da steht sie auch schon, die achteckige, orangefarbene Ellipse, wie auf Stelzen.


Die Biwakschachtel ist sehr sauber und wir brauchen uns um die kommende Nacht keine Sorgen machen. Bequeme Schlafplätze, warme Decken, ein Tisch mit einer Kochecke. Das Wasser wird vom nahe gelegenen Gletscher geholt.


Drei weitere Bergsteiger haben bereits ihr Lagerplatz in der Biwakschachtel bezogen. Es ist ein Schweizer Bergführer mit seinen beiden Kunden. Antoine, der Bergführer erzählt uns, dass er diese Tour bereits gemacht hat, allerdings vor etwa 10-15 Jahren. Am Abend verziehen sich die Wolken und in östlicher Richtung kommt der sehr formschöne 4000er Grand Combin zum Vorschein.

Wir wollen morgen gemeinsam, allerdings als selbständige Seilschaften, die Tour angehen. Die Nacht ist abgesehen von ein paar Nachtgeräuschen trotzdem erholsam.
05. August.2008
Um 4 Uhr klingelt der Wecker und nach einem schnellen Frühstück verlassen wir die Biwakschachtel in Richtung Gletscher. Wenig später kommen wir an eine Eiswand, die wir mit zwei Eisschrauben absichern.


Ein flacher Gletscherabschnitt bringt uns zu einer sehr brüchigen Felswand, die wir mit äußerster Vorsicht überwinden müssen.


Wir befinden uns auf den luftigen Galletgrat mit Kletterpassagen bis zum III Schwierigkeitsgrad.


Die Absicherung ist nur sehr spartanisch möglich. Man muss aufpassen, an was man sich festhält, große Steine oder Felsbrocken geben hier keine Sicherheit, die wackeln auch.
Aber eine schöne Aussicht!


Nach 5 h Aufstieg gelangen wir auf eine Firnflanke. Hier ist der Schnee sehr weich und die Wolken nehmen uns leider jegliche Sicht.


Das Gelände ist steil und durch den weichen Schnee sehr unsicher.


Antoine erklimmt noch sehr vorsichtig einer kleinen Eiswand und sucht nach einer Möglichkeit eine große Spalte zu überwinden. Er steigt wieder ab und teilt uns mit, dass es zu gefährlich ist bei diesem nassen Schnee über eine schmale Schneebrücke zu gehen. Kaum zu glauben nach 7 h Aufstieg und 150 m unterhalb des Gipfels müssen wir umkehren.Wir schauen einige Zeit nach oben um doch noch einen Durchschlupf zu finden. In den Nebelschwaden ist der ca. 60° Aufschwung zum Gipfel ansatzweise zu erkennen. Da hilft auch nicht, dass in den Führern 5 h für den Aufstieg bis zum Gipfel steht, wir jedoch nach 7 h noch 150 m unterhalb des Gipfels sind.Ich denke, auch gut, ist eh kalt hier oben!Im nächsten Augenblick haben wir wohl alle die gleichen Gedanken: Wir müssen den mühseligen Weg wieder zurück, oha !!!

Wie heißt es: Nur zur Übung, nicht zur Strafe!Für den Abstieg bis ins Tal benötigen wir mit Pause 5 h sowie einen nicht unerheblichen Materialverlust (Schlinge, Karabiner und Prusikschlinge).Ich habe heute viel gelernt: Standplätze bauen, Wegfindung, abklettern bis zum III Grad. An der letzten Wand im Blockgelände weist uns Antoine noch an die richtige Abstiegsstelle bevor er dann auf den Gletscher weiter nach unten absteigt.

Eine Stunde später genießen wir noch ein Süppchen in unsere Ellipse und steigen mit immer schwerer werdenden Füssen ins Tal ab!

Zu allem Übel schwächelt Dieter bei der Ankunft am Zeltplatz. Dehydriert sitzt er vor dem Zelt und ich päpple ihn mit Wasser, Vitaminen und gute Worte wieder auf.
Nachwort
Wie überall in den Bergen hat sich auch am Mont Dolent der Gletscher drastisch verändert. Die Beschreibung im aktuellen Führer (herausgegeben 2006) ist nicht mit den derzeitigen Verhältnissen vor Ort identisch.
Informationen zum Berg ....
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