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Dienstag, 07 Sep 2010
YOU ARE HERE: Home Pik Lenin 2009 Tagebuch Teil 4
Pik Lenin Tagebuch Teil 4
Geschrieben von: Dieter Porsche   
Samstag, den 05. September 2009 um 00:00 Uhr

Pik Lenin Tagebuch Teil 4 

22.08.2009

Abstieg ins Ashik Tash Lager (3700 m)

In der Nacht hat es wieder ein paar Zentimeter Neuschnee gegeben, aber wir beginnen wie geplant vor dem Frühstück mit dem Zusammenräumen der Ausrüstung. Kaum haben wir gegen 7:00 Uhr ein Teil der Ausrüstung im Seesack verstaut, stehen bereits die Einheimischen mit vier Pferden im Basislager und wollen die fertig gepackten Säcke auf die Pferderücken verladen.

Schnell werden die restlichen Gegenstände eingeräumt und dann die Lasten für die Tiere zusammengestellt, bevor wir zum Frühstück gehen.

MI 17 Hubschrauber im Anflug

Schwer beladen fliegt der Hubschrauber zurück

Wehmütig schauen wir zurück zum Pik Lenin

Zu diesem Zeitpunkt kommt auch ein MI 17 Hubschrauber und holt von den benachbarten Basislagern die Ausrüstung ab. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Saison vorüber ist. Der Hubschrauber kommt mehrmals angeflogen und überfliegt unser Lager in einen spektakulären Tiefflug, der vom Piloten vermutlich nicht so geplant war. Nach dem üblichen knappen Frühstück bauen wir die Zelte ab und starten danach mit dem Rückweg.

Die Pferde für unsere Lasten kommen uns entgegen

Die Reiter habe bereits die warme Bekleidung an

Der Weg entlang des Gletschers zum 'Mehlpass'

Auf dem ersten Teilstück liegt unterschiedlich hoher Schnee, auf dem wir gut vorankommen. Der Bach, bei dem wir bei der Anreise teilweise Probleme beim Überqueren hatten, konnte wegen des Niedrigwassers in zwei Schritten überwinden werden.

Der extrem nasse Weg herunter vom 'Mehlpass'

Der Begrüßungstrunk

Wolfgang kann es noch nicht glauben, dass wir kein Change am Berg hatten

Nach dem "Mehlpass" ist der Weg extrem nass und sehr schmierig, was das Laufen unangenehm werden lässt und die Bekleidung schnell bis zur Kniekehle verspritzt ist. Als wir an der Zwiebelwiese ankommen, steht bereits der Bus der Agentur bereit und es gibt Bier, Wodka, Tomaten und Kekse zur Begrüßung.

Stefan denkt über den Verlust der Zelte nach

Judith und ich vor unserem Luxus-Bus

Warum hat uns der Pik Lenin keine Chance gegeben?

Nachdem jeder mindestens ein Bier und einen Wodka getrunken hat, fahren wir über die holprige Piste hinunter zum Ashik Tash Lager. Lieber schlecht gefahren wie gut gelaufen heißt jetzt die Devise, nachdem jeder mindestens eine Flasche Bier intus hat.

Die Expeditionsgruppe auf der Zwiebelwiese

Ist Jerome nun glücklich oder unglücklich?

Die Füße haben uns weit getragen, aber nicht hoch genug!

Kurz nach der Ankunft gibt es eine Suppe zum Mittag und am Nachmittag stehen Sauna und Duschen für die Körperpflege bereit. Zu diesem Zeitpunkt geht schon wieder ein eiskalter Wind und der Pik Lenin ist in Wolken eingehüllt. Am Abend schneit es wieder und die Temperaturen befinden sich nicht weit entfernt vom Nullpunkt.

23.08.2009

Trocknen der Ausrüstung im Ashik Tash Lager (3700 m)

Gegen 6:00 Uhr ist der Himmel noch mit einigen Wolken verhangen, aber zwei Stunden später lacht uns die Sonne entgegen und ein wolkenloser Himmel lässt die frisch verschneiten Berge in ihrem vollen Glanz erstrahlen.

Trocknen der Zelte

Kuchen, Sekt und Wodka zum Abschiedsessen

Trinkspruch von Stefan

Nach dem Frühstück trocknen wir die Zelte und die persönliche Ausrüstung bei schönstem Wetter in der Sonne. Ursprünglich sollten uns morgen zwei Busse nach Osh bringen.

Wann sind wir das nächste Mal an diesem Berg?

Da im Moment nur der Oldtimer-Bus vor Ort ist, werden wir morgen alle mit diesem fahren und das Gepäck wird nachgebracht. Entgegen der ursprünglichen Planung zwei Nächte in Osh verbringen und somit ist die Wahl des Hotels noch offen. Ein pompöses Abschiedsessen mit drei Gängen beschließt den Aufenthalt hier im Ashik Tash Lager.

24.08.2009

Busfahrt nach Osh (1500 m)

Gegen 8:00 Uhr haben wir unser Gepäck auf dem befestigten Platz vor der Kantine aufgereiht und wollen gleich nach dem Frühstück mit dem Bus starten.

Wir müssen den Bus nur noch anschieben, dann kann es los gehen

Abschied vom Ashik Tash Lager

Bei unserer Abfahrt sind die besten Bedingungen am Berg!

Dieser will jedoch nicht anspringen und so bleibt nichts anderes übrig, als ihn anzuschieben. Mit vereinten Kräften gelingt es uns ihn zum Laufen zu bringen und nach der Verabschiedung von den Mitarbeitern der Agentur setzen wir uns in Bewegung in Richtung der Ortschaft Sary-Mongol, wo wir dann wieder auf die befestigte Straße kommen. Der Pik Lenin zeigt sich heute ohne Wolken und ohne irgendwelche Schneefahnen. Es ist fast so, als wolle er nochmals um sich werben und uns damit zu verstehen geben, dass wir nur zum falschen Zeitpunkt am Berg gewesen sind und wieder kommen sollen. Wie schon bei der Anreise müssen wir die beiden Pässe: Ciyrcik-Pass 2706 m und den 3615 m hohen Taldyk–Pass überwinden. Von der Passhöhe des Taldyk–Passes aus, ist der Pik Lenin heute sehr gut zu sehen. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Osh und werden uns bezüglich der Übernachtungskosten auch schnell einig. Da wir die einzigen Gäste in dem Hotel sind, hätte mich das auch sehr verwundert, wenn keine Einigung zustande gekommen wäre.

25.08.2009

Standbesichtigung von Osh (1500 m)

Wir schauen uns die Stadt und den Basar an. Der Basar ist riesig und man kann hier durchaus den ganzen Tag verbringen.

Gleich bin ich an der Reihe mit den 100 Postkarten

Hoffentlich kommen die Postkarten auch beim Adressaten an

Da bin ich froh, dass ich Vegetarier bin

Gleich am Morgen gehen wir jedoch zur Post und geben unsere Postkarten auf, die dann hoffentlich auch irgendwann mal den Adressaten erreichen.

Hier gibt es alles zu kaufen

Reis und Nudeln in allen Variationen

Darf es noch etwas mehr sein?

Ausser dem Besuch des Basars gibt es keine besonderen Aktivitäten und so verläuft der Tag unspektakulär.

26.08.2009

Rasante Fahrt nach Bishkek (750 m)

Wie schon bei der Anreise fahren wir mit fünf älteren Mercedes T-Modellen von Osh nach Bishkek. Am Fahrstiel hat sich seither nichts geändert, jeder möchte der Schnellste sein und so gibt es häufig ein Kopf an Kopf Rennen. Unser Fahrer ist zum Glück vernünftig und macht immer den Schlussmann. Als wir entlang des riesigen Stausees Toktogul fahren, kommen wir an zwei spektakulären LKW-Unfällen vorbei, die doch sehr offenkundig zeigen, dass das Fahren hier nicht so ungefährlich ist. Nach der Durchfahrt des Tunnels auf dem 3184 m hohen Ala-Bel Pass ist zumindest das Ende der Fahrt absehbar.

Das heruntergekommene Issyk-Kul Hotel

Ohne Worte

Angeblich ein drei Sterne Hotel!

Zwei Stunden noch und dann erreichen wir die Hauptstadt Bishkek. Ganz am Stadtrand werden wir dann zum Issyk-Kul Hotel gebracht, welches 1984 bebaut wurde und heute weder die Bewertung noch die Beschreibung im Internet gerecht wird. Es ist heruntergekommen und die Bausubstanz bröckelt an allen Ecken und Enden. In Deutschland wäre das Hotel mit Sicherheit schon von den Behörden geschlossen worden.

 Der architektonische Komplex Manas Ayily

Der architektonische Komplex Manas Ayily

Der architektonische Komplex Manas Ayily

In dem riesigen Hotel verweilen nur eine Handvoll anderer Gäste, was sicher schon genügend aussagt. Da tröstet auch der Blick auf das Tyan-Shan Gebirge und die ruhige Lage nicht. Am Abend gehen wir in eine kleine Gaststätte, unweit vom Hotel zum Essen, was prompt Magenkrämpfe bei einigen Teilnehmern auslöst. Na dann guten Appetit.

27.08.2009

Umzug ins Shumkar in Bishkek (750 m)

Wir drängen die örtliche Agentur dazu, in ein anderes Hotel umzuziehen und so können wir gegen Mittag in das wunderschöne Hotel Shumkar Asia Guest House; 34 Osipenko Street; Bishkek wechseln, was durchaus ein Geheimtipp ist.

Asia Guest House

Pizza am Abend

Rose im Hotelgarten

Ein kleines Hotel, welches saubere und schöne Zimmer hat und man sich auf Anhieb wohlfühlt. Wir fahren noch in das Zentrum und bummeln durch die Einkaufshäuser, trinken guten Kaffee und kehren dann zu Fuß zurück zum Hotel. Am Abend lassen wir uns Pizza bringen, die jedoch viel zu groß sind und noch jede Menge übrig bleibt. Die Magenprobleme sind bei einigen Teilnehmern sehr ernst und sie müssen das Bett hüten.    

28.08.2009

Rückreise nach Deutschland

Um 3:00 Uhr gibt es bereits Frühstück und danach fahren wir zum Flughafen. Dort werden wir gleich wegen des Übergepäcks zur Kasse gebeten. Hier ist die Schmerzgrenze wohl niedriger und so gehen auch 23 kg nicht mehr durch. Ein guter Nebenverdienst, den sich die Fluggesellschaft nicht entgehen lässt. Der Flug nach Moskau klappt gut, allerdings stehen für die Transitfluggäste nur zwei Schalter zur Verfügung an denen weit über 100 Gäste drängen. Zu Beginn benötigt das Bodenpersonal 10 Minuten pro Fluggast, um das Ticket auszudrucken. Erst, nachdem es für viele Reisenden richtig knapp wird, ihren Anschlussflug noch zu erreichen, geht das Ganze etwas flotter, aus welchen Gründen auch immer.

Zurück in Böblingen

Ab Frankfurt klappt die Verbindung mit dem ICE nach Stuttgart wie am Schnürchen und gegen 16:30 Uhr sind wir wieder ins Holzgerlingen.

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