Manaslu Tagebuch Teil 5
20. Mai 2002
Im Tal des Marsyandi Flusses nach Syanje
Den ganzen Tag über folgen wir dem Marsyandi Fluss und müssen ihn mehrmals durch Hilfe von Hängebrücken überqueren. Wasserfälle und kleine Ortschaften wechseln sich ab.Hier sind nun erheblich mehr Leute unterwegs. Allerdings kaum Trekker, diese sind wegen der derzeitigen politischen Lage in diesem Jahr ausgeblieben.
Wir befinden uns jetzt auf der Annapurna Trekking Runde und da ist es üblich, dass sehr viele Fremde unterwegs anzutreffen sind. Oberhalb von Syanje übernachten wir in einer kleinen Logde.
21. Mai 2002
Letzte Trekkingetappe von Syanje nach Besisahar
Jetzt kann uns nichts mehr halten, alle Trekker eilen entlang der Reisfelder in einem auf und ab bis nach Buhlbhule.
Die Temperaturen sind nun schon tropisch und wir kommen total durchnässt in Buhlbule an. Nachdem alle in der Ortschaft eingetroffen sind, kocht unsere Küchenmannschaft ein letztes Mal im Rahmen dieser Expedition, für uns im Freien. Anschließend sind wir nochmals eine halbe Stunde in glühender Hitze unterwegs bis wir endlich auf eine befestigte Strasse treffen.
Hier wartet bereits ein Bus auf uns, der uns nach Besisahar bringt. Kaum sind wir in der Ortschaft angekommen und haben unsere Zimmer in einem Hotel bezogen, treffen sich die meisten Teilnehmer beim Friseur. Manche Teilnehmer sind mit einem neuen Haarschnitt und einer Rasur kaum wiederzuerkennen.
22. Mai 2002
Busfahrt von Besisahar nach Kathmandu
Wir starten früh am Morgen mit dem Bus solange es noch nicht so heiß ist. Auf den Strassen ist viel Verkehr und mir fällt auf, dass diese Situation von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Der Zustand der Strassen wird auch immer schlechter und so quälen sich die Fahrzeuge über die hügelige Landschaft zum Teil im Schneckentempo voran. Nach 6 Stunden Busfahrt stehen wir am Eingang des Hotels Yak & Yeti in Kathmandu. Nun aber ganz schnell unter die Dusche. Am Nachmittag erledige ich noch ein paar Besorgungen in der Stadt.
23. Mai 2002
Stadtbesichtigung in Kathmandu
Den letzten Tag in Kathmandu nutzen wir für eine Stadtbesichtigung, sofern dieses in einem Tag überhaupt möglich ist. Für mehrere Teilnehmer ist es die erste Reise nach Nepal. Wir entscheiden uns für folgende Sehenswürdigkeiten:
Swayambunath - Stupa
Zuerst fahren wir zur Swayambhunath - Stupa. Swayambunath liegt auf einem Hügel am Westrand der Stadt. Die allsehenden Augen Buddhas beobachten das Kathmandu - Tal. Der älteste Stupa in Nepal (5. Jh.) hat unter Buddhisten den gleichen Stellenwert wie Pashupati für Hindus. Im Gegensatz zur Bodnath - Stupa wird Swayambunath auch von vielen Newa - Buddhisten verehrt und von Hindus besucht.
Stupa von Bodnath
Das buddhistische Heiligtum ist knapp 40 m hoch und hat am Sockel einen Durchmesser von 100 m. Es ist der größte Stupa in Nepal und einer der größten der Welt. Wahrscheinlich wurde er im 6. Jh. erbaut. Sein Aufbau ähnelt einem Mandala (Meditiationskreis). Ursprünglich war der Stupa das Grabmal und heiliger Aufbewahrungsort der Reliquien des historischen Buddhas.
Bhaktapur - Stadt der Frommen
Die drittgrößte Stadt des Kathmandu-Tales ist Bhaktapur („Stadt der Gottergebenen“), auch Bhadgaon (Reisdorf) genannt. Sie liegt etwa 16 km östlich von Kathmandu an der alten Handelsstrasse zwischen Indien und Tibet, welche auch heute noch als Lebensader durch die Stadt zieht. In der dicht besiedelten Altstadt wohnen etwa 50 000 Menschen, vor allem Newar-Hindus. Trotz ihrer eher städtischen Erscheinung sind es mehrheitlich Bauern.
Von allen drei Königssitzen des Tals ist Bhaktapur am wenigsten zersiedelt. Nur zaghaft sind Neubauten hinzugekommen und der motorisierte Verkehr muss noch weitgehend draußen bleiben. So bietet Bhaktapur auch heute noch das seltene Bild einer nahezu intakten mittelalterlichen Stadt.
Am Abend gehen wir gemeinsam in ein nepalesisches Restaurant und essen dort landestypische Speisen.
24. Mai 2002
Heimreise
Der Bus holt uns um 6:00 Uhr vom Hotel ab und bringt uns zum Flughafen. Wir müssen etwas mehr Zeit einkalkulieren, da die Sicherheitsvorkehrungen an den Zufahrtsstrassen zum Flughafen durch die jüngsten Anschläge der Maoisten verstärkt wurden. Wir kommen rechtzeitig am Flughafen an. Das Aufgeben des zahlreichen Übergepäcks ist nach einigen Verhandlungen kein wirkliches Problem. Jetzt heißt es Abschied von Nepal zu nehmen. Für mich sicherlich nicht für immer.
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